Ein ganz bestimmtes Flair in Hamburg hat die Speicherstadt, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf Eichenpfählen erbaut wurde. Der Lagerhauskomplex zeichnet sich durch den typischen Stil der Backsteingotik aus. Die Lagerhäuser haben an der Vorderseite einen Zugang von der Straße aus, während an der Rückseite die typischen kleinen Alsterfleete vorbeiführen. Diese Fleete sind kleine, künstlich angelegte Wasserstraßen, die zur Entwässerung dienten. Im Gegensatz zu einem Kanal werden Wasserstandsschwankungen nicht durch eine Schleuse ausgeglichen. Dieser Umstand bedingt, dass die Speicherstadt täglich erheblichen Änderungen des Wasserpegels unterliegt, der durch den Tidenhub entsteht. Da für die untersten Etagen immer die Gefahr besteht, durch den schwankenden Wasserstand “landunter” zu sein, werden die Waren nicht hier gelagert. Gerne würde man die leer stehenden Speicherstadtkomplexe in Wohnungen umwandeln, jedoch ist die Gefahr sehr groß, dass die Bewohner bei einer Sturmflut nicht mehr aus ihren Wohnungen kommen würden. Wenn der Wasserstand es erlaubt, kann man von den Landungsbrücken zu einer Fleetfahrt starten. Nicht selten hat man dann bei entsprechender Windstille ein absolutes Geruchserlebnis von gerösteten Kaffeebohnen und exotischen Gewürzen, die noch in der Speicherstadt eingelagert sind. Um die Speicherstadt selbst ranken sich viele Legenden. Ganz besonders sind die Geschichten um den legendären Piraten Klaus Störtebeker zu erwähnen, dessen Bronzedenkmal am Brooktor steht.