Wer in Hamburg lebt, ist es gewohnt, dass bei Verwandtenbesuchen ein Reeperbahn-Bummel an erster Stelle der Wunschliste steht. Der Namenspatron für dieses berühmt berüchtigte Hamburger Viertel, das eher durch Laster und Lust denn durch Frömmigkeit bekannt ist, ist der Heilige Paulus. Bis vor rund 160 Jahren wurde dieses Gebiet der “Hamburger Berg” genannt, weil es auf der Geesthöhe liegt, die sich von Hamburg bis nach Wedel erstreckt. Wie der Name Geest schon sagt, besteht der Untergrund aus Sand, den die Stürme im Laufe der Evolution an das Ufer der Elbe getrieben haben. St. Pauli konnte sich im Laufe der Jahre nur zu dem entwickeln, was es heute ist, weil Seeleute aus aller Welt sich an diesem Ort vergnügten. Flaniert man die Reeperbahn entlang, sieht man irgendwann auf der linken Seite an der Davidstraße die wohl berühmteste Polizeiwache Deutschlands, die Davidwache. Von außen hat man keinesfalls den Eindruck, vor einer Polizeiwache, sondern vor einem Kaufmannshaus aus alten Zeiten zu stehen. Obwohl ständig ca. 40 Beamte Streife gehen, kommt es immer wieder zu Messerstechereien, Schlägereien, ja sogar Schießereien.